Ungleiche Einkommensverteilung, Armut und Vulnerabilität sind eng miteinander verknüpfte Phänomene. Je nach Schwerpunkt der Analyse, werden die unterschiedlichen Eigenschaften einer Einkommensverteilung analysiert, um die entsprechende Forschungsfrage zu beantworten. Diese Arbeit beleuchtet alle drei Aspekte der Einkommensverteilung in Shenzhen, um ein möglichst vollständiges Bild von den Lebensumständen der Bewohner zu liefern. Shenzhen, gelegen in der Provinz Guangdong, befindet sich in geographischer Nähe zu Hongkong. Die Stadt entwickelte sich von einem kleinen Fischerdorf mit rund 20.000 Einwohnern im Jahre 1970 zu einer großen urbanen Agglomeration mit 300.000 Einwohnern Ende 1980. Zu diesem Zeitpunkt wurde Shenzhen eine der ersten Special Economic Zones (SEZ) in China. Diese Arbeit macht deutlich, dass das rasante Wachstum von Shenzhen und die damit verbundenen Wohlfahrtsgewinne nicht alle Teile der Bevölkerung gleichermaßen haben profitieren lassen. Insbesondere die Land-Stadt Migranten, die in großen Mengen in diese urbane Agglomeration wanderten und ihr schnelles Wachstum erst ermöglichten, sind in vielerlei Hinsicht schlechter gestellt als die städtisch registrierte Urbevölkerung. Der durch das Hukou System festgelegte Registrierungsstatus wirkt sich für Migranten äußerst negativ aus. Zwar ist das Einkommen in Shenzhen generell äußerst ungleich verteilt, doch ist die Gruppe der Migranten besonders benachteiligt. |