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Titelaufnahme

Titel
Wissensmanagement in Beratungsprojekten auf Basis innovativer Informations- und Kommunikationstechnologien : das System K 3 ; Konzeption, Entwicklung und Implementierung eines Wissensmanagementsystems für Beratungsunternehmen sowie empirische Einsatzerfahrungen im Inhouse Consulting der BMW AG / vorgelegt von Christoph Steiger
AutorSteiger, Christoph In der Gemeinsamen Normdatei der DNB nachschlagen
Erschienen2000
HochschulschriftPaderborn, Univ.-GH, Diss., 2000
Anmerkung
Tag der Verteidigung: 13.12.2000
SpracheDeutsch
DokumenttypDissertation
URNurn:nbn:de:hbz:466-20090518049 Persistent Identifier (URN)
Dateien
Wissensmanagement in Beratungsprojekten auf Basis innovativer Informations- und Kommunikationstechnologien [4.15 mb]
zusfsg [53 kb]
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Nachweis
Klassifikation

Deutsch

  1. Generierung von Mehrwert durch Eingrenzung und deutliche Konkretisierung des Themengebietes Wissensmanagement: Zu Beginn der vorliegenden Dissertationsarbeit wurde das Thema Wissensmanagement lediglich in Fachkreisen diskutiert und erste konzeptionelle Veröffentlichungen wurden verfaßt - zuerst Artikel in Fachzeitschriften später akademische wie auch nicht-akademische Bücher. Dabei gehen die entsprechenden Autoren [Probst, Nonaka/Takeuchi, Sveiby, Stewart] i.d.R. davon aus, daß Wissensmanagement ein generisches Konzept ist, das sich auf unterschiedliche Branchen und Unternehmen in ähnlicher Weise anwenden läßt. Der Grundgedanke der vorliegenden Dissertation ist, daß dies eben nicht der Fall ist. Wissensmanagement ist hochgradig branchen- und unternehmensabhängig. Daher wurde im Rahmen dieser Arbeit eine Branche ausgewählt, deren spezifische Charakteristika sowie bereits existierende Formen des Wissensmanagement bei ausgewählten Vertretern der Branche analysiert und daraus die Anforderungen an ein effektives wie effizientes Wissensmanagement für diese Branche abgeleitet. 2. Integration von Wissensmanagement und Projektmanagement: Die oben begründete Fokussierung auf die Branche der Unternehmensberatung und die damit einhergehende Beobachtung, daß Unternehmensberatungen ihre Geschäftstätigkeit i.d.R. projekthaft abwickeln und damit im Rahmen von Projekten den größten Teil ihres Unternehmenswissens generieren, führt zu der Anforderung, die Möglichkeiten zu evaluieren, Wissensmanagement und Projektmanagement miteinander zu verbinden. Diese Verbindung wird durch die Entwicklung eines neuartigen, generischen Vorgehensmodells für Beratungsprojekte sowie die Einbettung desselben in innovative Workflow-Technologien erreicht. Auf diese Weise kann einerseits, relevantes Projektwissen im jeweiligen situativen Kontext zeitnah in strukturierter Form erfaßt werden und andererseits ist es möglich, Ähnlichkeiten zwischen Projektsituationen automatisch zu erkennen und aus einer umfassenden Wissensbasis das im jeweiligen Kontext geeignete Wissen gezielt anzubieten. Die vorliegende Arbeit respektive das vorliegende Wissensmanagementsystem stellen damit eine neuartige, wissenschaftlich fundierte wie in der Praxis validierte Form des projekt-orientierten Wissensmanagements dar. 3. Knowledge Mapping - Konzeptionelle Herleitung der Bedeutung kognitiver Strukturen für den Zugang zum individuellen, menschlichen Wissensspeicher (Gehirn) und Anwendung der Erkenntnisse auf die Entwicklung von Zugangsmechanismen in kollektiven, elektronischen Wissensspeichern: Ein Teil der aktuellen Wissensmanagementansätze behandelt die Entwicklung neuer sowie die inkrementelle Verbesserung existierender Suchmechanismen und –maschinen mit dem Ziel, schnellen und einfachen Zugang zu elektronisch gespeichertem Wissen zu erlangen. In der vorliegenden Dissertation wird dieser Weg ausdrücklich nicht verfolgt (siehe auch: Wilhelm Tell-Metapher), stattdessen werden die Potentiale der aktiven Navigation in Wissensräumen ausgelotet. Der Autor vertritt die These, daß ein erfolgreiches Wissensmanagement-Konzept nicht durch eine kontinuierliche Ausweitung der Substitution menschlicher Anteile an Arbeitsprozessen begründet ist, sondern vielmehr durch Ansätze gekennzeichnet ist, die eine Symbiose der assoziativen Leistungsfähigkeit des menschlichen Gehirns mit den Interaktionspotentialen innovativer IuK-Systeme unterstützen. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit erfolgt daher auf Basis der Erkenntnisse der Neurobiologie eine konzeptionelle Herleitung und wissenschaftliche Begründung der Bedeutung und der Potentiale kollektiver, kognitiver Strukturen für das Wissensmanagement, die ihre praktische Umsetzung in der Konzeption und Entwicklung einer geeigneten Metapher und eines an realen Anforderungen orientierten kollektiven, kognitiven Modells für den gewählten Anwendungsfall der Unternehmensberatungen erfahren. Das hieraus resultierende neuartige Modell respektive System Knowledge City stellt eine innovative Abbildung kognitiver Strukturen dar, die geeignet ist, unterschiedlich geartete Wissenslandkarten unter dem logischen Dach der Metapher Stadt zu einem stimmigen Wissensraum zu integrieren. Dieser Raum erlaubt auf Basis eines intuitiven Navigationsansatzes das effiziente Auffinden relevanten Wissens, ohne Gefahr zu laufen, sich in den verzweigten Strukturen zu verlaufen („Lost in hyperspace-Syndrom“) und ermöglicht damit den einfachen Austausch kollektiven Wissens. ANHANG: Wilhelm Tell – Metapher: Die Verwendung von Suchmaschinen ähnelt dem Schuß eines seilbewehrten Pfeiles in einen dunklen Raum, in dem sich unterschiedliche Früchte unterschiedlichen Reifegrades befinden. Der Schütze wird, wenn er den abgefeuerten Pfeil an dem daran befestigten Seil aus dem dunklen Raum wieder herauszieht, den ein oder anderen Treffer gelandet haben. Vielleicht hat er einen frischen Apfel, ein alte Banane sowie einige Feigen getroffen. Er wird allerdings niemals in der Lage sein, Aussagen über den Gütegrad seiner „Suche“ zu treffen und er wird ewig mit der Unsicherheit leben müssen, möglicherweise die schönsten Früchte nicht gefunden zu haben. Die Navigation ähnelt demgegenüber dem aktiven Beschreiten des Raumes unter Zuhilfenahme einer Taschenlampe. Dabei werden Früchte sichtbar, an denen der Pfeil vielleicht knapp vorbeigeflogen ist, die nun aber leicht zu ernten sind. Letztendlich hängt die Wahl des geeigneten Zugangsmechanismus‘ von der Art und Größe des jeweiligen Suchraums ab und wird idealerweise aus einer geschickten Kombination beider Mechanismen (Suche und Navigation) bestehen.