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Titelaufnahme

Titel
Das Fitts'sche Gesetz in der Partnerinteraktion : Emergente Koordinationsmuster und systematische Interaktionseffekte beim Lösen kooperativer Aufgaben
AutorKlein-Soetebier, Timo
PrüferWeigelt, Matthias In der Gemeinsamen Normdatei der DNB nachschlagen ; Knoblich, Günther In der Gemeinsamen Normdatei der DNB nachschlagen
Erschienen2014
HochschulschriftPaderborn, Univ., Diss., 2014
Anmerkung
Tag der Verteidigung: 30.06.2014
Verteidigung2014-06-30
SpracheDeutsch
DokumenttypDissertation
URNurn:nbn:de:hbz:466:2-14633 Persistent Identifier (URN)
Dateien
Das Fitts'sche Gesetz in der Partnerinteraktion [9.54 mb]
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Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Die vorliegende Arbeit untersucht die Hypothese, dass sich die Koordinationsmuster zweier Partner beim Lösen kooperativer Aufgaben über das Fittssche Gesetz (Fitts, 1954) abbilden lassen. Dazu wurde in drei Experimentalreihen die Komplexität der Aufgaben sukzessive erhöht. Versuchspaare führten gemeinsam eine einfache Objektmanipulation (Scheiben-transferaufgabe; Experimente 1-3), eine Objektmanipulation mittlerer Komplexität (Wurfauf-gabe; Experimente 4-6) und eine komplexe sportspielspezifische Fertigkeit (Basketballpass-aufgabe; Experimente 7-9) aus. Die experimentellen Randbedingungen der Aufgaben wurden so manipuliert, dass deren Anforderungen über eine Spanne unterschiedlicher Schwie-rigkeitsindizes variierten. Die Ergebnisse zeigen hypothesenkonform, dass die Koordinati-onsmuster der Partner sowohl beim wechselseitigen Transfer von Scheiben, beim wechsel-seitigen Werfen von Bällen als auch bei der isolierten Betrachtung der drei Raumdimensionen „Breite“, „Höhe“ und „Tiefe“ beim Passen eines Basketballs durch die experimentellen Randbedingungen bestimmt werden und sich quantitativ über das Fittssche Gesetz abbilden lassen: Mit steigenden Aufgabenanforderungen gingen längere Bewegungszeiten und mehr Bewegungsfehler einher. Weiterhin fanden sich emergente Interaktionsmuster zwischen den Partnern, die sich in längeren Bewegungszeiten (d.h. Interaktionskosten) in Paarbedingungen im Vergleich zu Einzelbedingungen äußerten. Bei der Ausführung Handlungen unter-schiedlicher Schwierigkeit ließen sich insofern gerichtete Interaktionseffekte nachweisen, als dass sich der Partner mit der leichteren Aufgabe an die Anforderungen des Partners mit der schwereren Aufgabe anpasste.

Zusammenfassung (Englisch)

The present study examined the hypothesis that systematic coordination patterns of two partners solving cooperative tasks can be described by Fitts law (Fitts, 1954). Therefore, task complexity was gradually increased in three experimental series. Pairs of participants performed a simple object manipulation task (a “disc transfer task”; Experiments 1-3), an object manipulation task of mean complexity (a “throwing task”; Experiments 4-6) and a complex sports game specific skill (a “basketball passing task”; Experiments 7-9). The exper-imental task constraints where manipulated such that task requirements varied in a specific range of difficulty indices. Consistent to the hypothesis the results show that the coordination patterns of a dyad while transferring discs alternately, throwing balls alternately or passing a basketball (with a separate consideration of the three room dimensions “width”, “height” and “depth”) are affected by the experimental constraints of the task and can be described by Fitts law: Increasing difficulty of the task is attended by slower movement times and a higher number of performance errors. Furthermore, we found emergent interaction patterns be-tween partners, which where manifested in longer movement times (so-called interaction costs) in pair conditions in contrast to single conditions. In the execution of two actions with different indices of difficulty directed interaction effects could be detected as the participant with the lower index of difficulty adopted the task constraints of the participant with the higher index of difficulty. This bolsters the assumption that interacting partners build up co-representations and do represent the task constraints of their individual partner.