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Titelaufnahme

Titel
Genealogie und Erzählung in Wolframs 'Parzival'
AutorKurnap, Nicole In der Gemeinsamen Normdatei der DNB nachschlagen
PrüferMüller, Stephan
Erschienen2014
HochschulschriftPaderborn, Univ., Diss., 2014
Anmerkung
Tag der Verteidigung: 31.03.2012
Verteidigung2012-03-31
SpracheDeutsch ; Englisch
DokumenttypDissertation
URNurn:nbn:de:hbz:466:2-15012 Persistent Identifier (URN)
Dateien
Genealogie und Erzählung in Wolframs 'Parzival' [1.57 mb]
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Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Wolfram von Eschenbach hat im ‚Parzival‘ ein kompliziertes genealogisches Netz gesponnen, welches sich über die gesamte Handlung erstreckt. Vor einem ethnologischen und historischen Hintergrund beleuchtet die Arbeit, wie Wolfram genealogische Verknüpfungen nutzt, um seinen gesamten Text zu strukturieren. Die Tatsache, dass jedes Individuum durch seine Abstammung, durch Ehe oder die Geburt eigener Nachkommen eine individuelle Position innerhalb eines genealogischen Systems einnimmt, zieht eine Verkettung von Aszendenz, Deszendenz und Ehe nach sich. Wolfram macht dieses Prinzip für den Text narrativ produktiv, indem er durch die Konstruktion von genealogischen Verbindungen eine Form von Gewichtung und Differenz schafft. Mit dem genealogischen Konstrukt welches Wolfram entwirft, scheint er eine Allverwandtschaft anzustreben und zwar eine die Christen und Heiden gleichermaßen einbezieht. Innerhalb dieser Konstruktion gibt es unterschiedliche Ebenen und Erzählräume, die sich einfügen: christliche und heidnische Welt, Artuswelt, Gralswelt, Schastel marveile und Munsalvaesche. Und so zeigt sich, dass Genealogie im ‚Parzival‘ auf der Handlungsebene nicht der Legitimation im Sinnes eines Handlungsanspruches fungiert, aber immer zur Identifikation dient und darüber hinaus ganz stark zur Strukturierung des Textes eingesetzt wird.

Zusammenfassung (Englisch)

In “Parzival”, Wolfram von Eschenbach created a complicated genealogical framework whichis extending over the whole plot. In view of an ethnological and historical background, thisthesis examines how Wolfram uses genealogical correlations to structure his whole text. Thefact that every individual is occupying an individual position in a genealogical system bydescent, matrimony or the birth of own descendants, is followed by an interlinkage ofascendancy, descendancy and matrimony. Wolfram makes this principle for his textnarratively productive by using the construction of genealogical connections for a form ofemphasis and difference. By designing the genealogical construct, Wolfram seems to seek an“Allverwandtschaft”, one that involves Christians and Pagans equally. Within thisconstruction, there are different levels and narrative spaces that fit in: Christian and PaganWorld, Arthurian World, Holy Grail World, Schastelmarveile and Munsalvaesche. This way,it is shown that genealogy in “Parzival” is functioning as legitimating a certain acting demandon plot level, but serves for identification and beyond that is used to structure the text of theromance itself.