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Abstract

Trotz der umfangreichen expansiven Geldpolitik im Euroraum während des vergangenen Jahrzehnts blieben Nominal- und Realzinsen, das BIP-Wachstum und die Inflationsraten auf historisch niedrigen Niveaus. Die Europäische Zentralbank konnte somit ihr primäres Ziel der Sicherstellung der Preisniveaustabilität in der mittleren Frist im vergangenen Jahrzehnt nicht erreichen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Strategieüberprüfung der Europäischen Zentralbank trägt die vorliegende Dissertation zum besseren Verständnis der Funktionsweise des geldpolitischen Transmissionsmechanismus im Euroraum bei. Aufgrund fehlender eindeutiger empirischer Belege für die Wirksamkeit bislang ergriffener Maßnahmen, werden Perspektiven für den Ausstieg aus der Ära anhaltend niedriger Inflation aufgezeigt, einschließlich direkter wirkender geldpolitischer Instrumente. Die vorliegende theoretische Arbeit zeigt Lösungsansätze auf und schlägt unter anderem das neue Instrument des Investment Helicopter Money vor. Des Weiteren werden die Auswirkungen der Einführung eines digitalen Euro auf die geldpolitische Transmission untersucht. Die globale Finanzkrise hat jedoch gezeigt, dass die Sicherstellung von Preisniveaustabilität nicht zwingend auch Finanzstabilität gewährleistet. Ergänzend wird daher der Interbankenmarkt eingehender analysiert, auf den sich Leitzinsänderungen der Zentralbank direkt auswirken. In einem dynamischen Kredit Flow-Prozess zwischen kreditgebenden und kreditnehmenden Instituten wird eine höhere Volatilität von Reserve-Flows als Verwundbarkeit des Finanzsystems identifiziert. Aufgrund dessen werden Perspektiven für die Weiterentwicklung des geldpolitischen Instrumentariums beleuchtet, um sowohl die Preisniveau- als auch die Finanzstabilität und damit die Resilienz des Finanzsystems zu stärken.

Abstract

Despite the extensive expansionary monetary policy in the euro area over the last decade, nominal and real interest rates, GDP growth, and inflation have remained at low levels. Consequently, the European Central Bank failed to reach its primary objective to maintain price stability over the medium term. In light of the ongoing strategy review of the European Central Bank, this doctoral thesis adds to the understanding of the effectiveness of monetary policy transmission in the euro area. In the absence of clear empirical evidence on the effectiveness of so-far implemented measures, future options to exit the era of persistently weak inflation are explored, considering more direct instruments. This theoretical thesis among others suggests the new tool of Investment Helicopter Money and examines the effect of the introduction of a digital euro on monetary policy transmission. However, the Global Financial Crisis has impressively demonstrated that price stability is no guarantee for financial stability. To complement the picture, the interbank market as a first venue of changes in policy rates is studied in further detail. A dynamic credit flow process between lending and borrowing institutions shows that higher volatility of reserve flows can result in a threat to the resilience of the financial system. Thus, future options of monetary policy advancements are suggested to strengthen both price and financial stability.