Titelaufnahme
Titelaufnahme
- TitelJacob Burckhardt, Italien und die Fotografie / Irmgard Siebert in Zusammenarbeit mit Dietmar Haubfleisch
- Autor
- Beiträger
- Enthalten inDeutsch-Florentiner. Von der liberalen Musenrepublik zur prekären Zufluchtsstätte / Fischer, Rotraut ; Voci, Anna Maria, Würzburg : Königshausen & Neumann, 2026, (2026), Seite 297-377
- Erschienen
- Umfang1 Online-Ressource (Seite 297-377) : Illustrationen
- SpracheDeutsch
- DokumenttypAufsatz in einem Sammelwerk
- ISBN9783826093708
- URN
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- IIIF
Klassifikation
Zusammenfassung
Der Beitrag beschäftigt sich mit dem Schweizer Kunst- und Kulturhistoriker Jacob Burckhardt (1818–1897), dem Wiederentdecker der Renaissance. Als erster Kunsthistoriker erkannte er das wissenschaftliche Potential der Fotografie und leistete mit ihrem Einsatz einen wichtigen Beitrag zur Professionalisierung der Kunstwissenschaft. Ab den 1870er-Jahren revolutionierte Burckhardt seine Vorlesungen an der Universität Basel, indem er Fotografien statt bloßer Beschreibungen oder weniger genauer Handzeichnungen zur Veranschaulichung nutzte. Mit seiner umfangreichen, privat erworbenen Fotosammlung schuf er sich zugleich ein „Imaginäres Museums“, das ihm als zuverlässige Gedächtnisstütze für seine Forschungen diente. Der ursprüngliche Umfang der Sammlung ist nicht bekannt; ein großer Teil des erhalten Gebliebenen, über 14.000 Objekte, befindet sich heute in der Universitätsbibliothek Basel. Die präzisen fotografische Reproduktionen erleichterten Burckhardt den visuellen Vergleich von Kunstwerken und damit Form- und Stilanalysen sowie Zuschreibungsfragen. Er avancierte zum Pionier einer bilderbetonten, vergleichenden Kunstwissenschaft. Schließlich war die Fotografie für Burckhardt die ultimative technologische Garantie, das visuelle Kulturerbe der Menschheit dauerhaft vor dem Vergessen zu bewahren. Seine Faszination für das Medium fasste er in einem Brief an seinen Schüler Heinrich Wölfflin ein Jahr vor seinem Tod 1896 so zusammen: „Seit [der Erfindung] der Photographie glaube ich nicht mehr an ein mögliches Verschwinden und. Machtloswerden des Großen.“
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