TY - THES AB - Der Totentanz op. 12. 2 Hugo Distlers ist dem Verständnis seines Komponisten nach explizit als liturgische Musik aufzufassen - mehr noch: Er ist zugleich Zeugnis seiner eigenen Befindlichkeit. Dies gibt er jedoch nicht auf den ersten Blick preis; sondern was er sagen will, sagt er gleichsam in verdeckter Gestalt. Um den Totentanz op. 12. 2 in seiner Janusköpfigkeit zu erschließen, bedarf es eines hermeneutischen Schlüssels, der zwischen dem Leben des Komponisten und seinen besonderen Lebensumständen in den dreißiger und vierziger Jahren in Deutschland auf der einen Seite und der Komposition auf der anderen Seite zu vermitteln. Als ein solcher Schlüssel dient der Kondolenzbrief des Theologen Dietrich Bonhoeffer an die Witwe des Komponisten, kurz nachdem dieser sich das Leben genommen hat. Aus der «Synchronizität» zwischen dem Inhalt des Briefes und den verschiedenen Textschichtungen des Totentanz' op. 12. 2 lässt sich ein ganzer Kosmos von paradoxen Aussagen herleiten, die gleichwohl nicht verdunkeln, sondern erhellen, indem sie zu Erkenntnissen führen, die jenseits der Sprache liegen und - obwohl vermittelt durch diese - in den epistemologischen Bereich der Imagination vorstoßen. Diese «Implosion» sprachlicher Antonymien setzt ein weites Geflecht von theologischen wie musikalischen Bezügen, die von der Gegenwart bis weit in die Vergangenheit reichen, frei. AU - Kissel, Mathias CY - Paderborn DA - 2021 DO - 10.17619/UNIPB/1-1258 DP - Universität Paderborn LA - ger N1 - Tag der Verteidigung: 10.12.2021 N1 - Universität Paderborn, Dissertation, 2021 PB - Veröffentlichungen der Universität PY - 2021 SP - 1 Online-Ressource (244 Seiten) T2 - Fakultät für Kulturwissenschaften TI - "Ich wollt, daß ich daheime wär": der Totentanz op. 12. 2 als liturgische Musik und Zeugnis der Befindlichkeit Hugo Distlers TT - "I wish, I'd be at home": Totentanz op. 12. 2 as Liturgical Music and Testimony of Hugo Distlers Mood UR - https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:466:2-40171 Y2 - 2026-01-11T18:48:21 ER -