TY - THES AB - Der Arbeitsplatz Musikschule mit seinen Anforderungen an Lehrende und Musikschulleitungen wurde bislang (im Unterschied zur Lehrer:innenforschung in Pädagogik und Erziehungswissenschaft) kaum untersucht. Insbesondere besteht aus psychologischer und präventiver Gesundheitsperspektive ein erheblicher Forschungsbedarf, der sich aus dem zunehmenden existenziellen Druck, dem Mangel an qualifiziertem Personal sowie den unterschiedlichen Erwartungen an Aufgaben und Funktionen der Musikschularbeit seitens Lehrkräften, Eltern, Schüler:innen, Trägern und Politik ergibt. Die vorliegende Studie liefert erstmalige Erkenntnisse über die Berufsanforderungen, Ressourcen und Belastungen von Führungskräften an Musikschulen. Mittels eines Mixed-Methods-Designs, bestehend aus Interviews und einem quantitativen Fragebogen, werden die allgemeinen Arbeitsmerkmale, die berufsspezifischen Aspekte der Musikschulleitung sowie die Selbstwirksamkeit, Arbeitszufriedenheit und die positiven wie negativen Beanspruchungen erfasst, die aus der Arbeitsgestaltung resultieren.In der Studie werden Unterschiede anhand soziodemografischer Variablen untersucht, wie z. B. die Größe der Musikschule in Bezug auf die Anzahl der Schüler:innen oder der Lehrkräfte, die Führungsebene (unterschieden wird zwischen oberer, einschließlich stellvertretender Leitung, und mittlerer Ebene) sowie der Anzahl der Unterrichtsstunden parallel zur Leitungstätigkeit. Die Ergebnisse zeigen, dass die Verfügbarkeit von Arbeitsressourcen, wie Handlungsspielraum und sozialer Unterstützung, in Kombination mit einer hohen Selbstwirksamkeit entscheidend für das Wohlbefinden, die Arbeitszufriedenheit und das Arbeitsengagement der Musikschulleitungen ist. Diese Ressourcen schützen außerdem vor negativen Beanspruchungsfolgen wie Erschöpfung oder Kündigungsabsichten. Als verbreitete negative Berufsmerkmale gelten hohe Arbeitsbelastung und Zeitdruck, niedrige Tarifeinstufungen, mangelnde Aufstiegsmöglichkeiten sowie eingeschränkte Delegationsmöglichkeiten. Circa ein Drittel der Befragten fühlt sich oft oder immer ausgelaugt. Zugleich ist das Arbeitsengagement hoch. Im Durchschnitt ist die Arbeitszufriedenheit an größeren Musikschulen höher. In der mittleren Führungsebene finden sich vielfältige Anforderungsprofile, uneinheitliche Bezeichnungen, Unterschiede in der Weisungsbefugnis sowie eine ungleiche Verteilung von Unterrichts- und Funktionsstunden. Die Beibehaltung von Unterricht parallel zu den Führungsaufgaben ist mit einer geringeren Verfügbarkeit von Arbeitsressourcen verbunden. Im Vergleich zur mittleren Führungsebene berichtet die obere Führungsebene über mehr verfügbare Arbeitsressourcen und eine höhere Zufriedenheit mit den Arbeitsaufgaben, erlebt jedoch häufig eine hohe Belastung durch eine große Arbeitsmenge unter Zeitdruck und hat öfter Schwierigkeiten, sich in der Freizeit von der Arbeit zu distanzieren. Die vorliegenden Daten legen nahe, dass die Arbeitsmerkmale stark vom jeweiligen Kontext der Musikschule abhängen und dass interne Umfragen sowie Sensibilisierungsmaßnahmen für relevante arbeitspsychologische Prozesse einen wichtigen Beitrag zur Führung und zur nachhaltigen Weiterentwicklung der Musikschule leisten können. AU - Rubio Zamora, Cecilia CY - Paderborn DO - 10.17619/UNIPB/1-2423 DP - Universität Paderborn LA - ger N1 - Tag der Verteidigung: 25.08.2025 N1 - Universität Paderborn, Dissertation, 2025 PB - Veröffentlichungen der Universität PY - 2025 SP - 1 Online-Ressource (V, 367 Seiten) : Diagramme T2 - Fakultät für Kulturwissenschaften TI - Zwischen Musik, Pädagogik, Organisation und Personalführung: Anforderungsprofile, Belastungsfaktoren und Ressourcen von Musikschulleitungen UR - https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:466:2-56458 Y2 - 2026-01-13T23:34:58 ER -