TY - THES AB - Die vorliegende Dissertation untersucht die Bedeutung des subjektiven Unwohlseins als emotionale Erlebenskomponente von Prokrastination. Dazu wird ein Prozessmodell zur Erklärung von Prokrastination entwickelt, welches den zeitlichen Verlauf von Prokrastinationsepisoden aus Inten-tion, Aufschub und subjektivem Unwohlsein abbildet. Die für Entstehung und Auswirkung des sub-jektiven Unwohlseins relevanten Bestandteile des Prozessmodells, werden mittels drei empirischer Studien näher untersucht.Subjektives Unwohlsein umfasst die negativen Emotionen, welche während einer Prokrasti-nationsepisode aufgrund des unnötigen Aufschubs einer Intentionsumsetzung erlebt werden. In der Theoriebildung und der empirischen Forschung zu Prokrastination wurde diese emotionale Erlebens-komponente bislang vernachlässigt. Diese ist jedoch aus mindestens drei Gründen von Relevanz: Erstens wirkt der Aufschub einer aversiven Tätigkeit zwar positiv stimmungsregulierend, geht aber paradoxerweise gleichzeitig mit negativen Emotionen einher. Zweitens kann nur durch das Vorliegen dieses subjektiven Unwohlseins strategischer Aufschub von Prokrastination unterschieden werden. Drittens sind die negativen Konsequenzen von Prokrastination oft emotionaler Natur und sollten schon bei ihrer Entstehung innerhalb einer Prokrastinationsepisode berücksichtigt werden. Das Dis-sertationsvorhaben hat zum Ziel, die komplexe emotionale Dynamik einer Prokrastinationsepisode einerseits theoretisch zu erklären und andererseits empirisch zu untersuchen.In einem ersten Schritt wird dazu ein erklärendes, integratives Prozessmodell aufgestellt. Die-ses soll die komplexe emotionale Dynamik innerhalb von Prokrastinationsepisoden erklären und be-stehendes Wissen zur Entstehung und Aufrechterhaltung von Prokrastination systematisieren. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Prozessen, die zum subjektiven Unwohlsein führen und solchen, die eine Intentionsbildung beeinflussen. Dazu werden Theorien der Motivations- (v.a. das Rubikonmodell nach Heckhausen und Gollwitzer), der Persönlichkeits- (v.a. die PSI-Theorie nach Kuhl) sowie der Emotionspsychologie (v.a. Appraisal-Theorien nach Arnold und Lazarus) herangezogen.Die Komponente des subjektiven Unwohlseins wird anschließend innerhalb von drei empiri-schen Studien operationalisiert und in einem Fragebogeninstrument messbar gemacht (Studie 1), im Zusammenhang mit der Verhaltenskomponente personenzentriert (Studie 2) und längsschnittlich (Studie 3) untersucht, sowie in ihrer Bedeutsamkeit der Antizipation analysiert (Studie 3). Dazu wer-den Daten von insgesamt über N = 3000 Studierenden, teilweise über mehrere Messzeitpunkte und mittels verschiedener Auswertungsmethoden, analysiert.Die Erkenntnisse der Dissertation leisten einen wichtigen wissenschaftlichen Beitrag, indem sie die Komplexität aus kognitiven, behavioralen und emotionalen Komponenten zur Entstehung und Aufrechterhaltung von Prokrastination systematisch erklären sowie die Notwendigkeit der Berücksichtigung des subjektiven Unwohlseins als emotionale Erlebenskomponente von Prokrastina-tion verdeutlichen. AU - Bobe, Julia CY - Paderborn DO - 10.17619/UNIPB/1-2537 DP - Universität Paderborn LA - ger N1 - Tag der Verteidigung: 23.03.2026 N1 - Kumulative Dissertation Universität Paderborn, Dissertation, 2026 PB - Veröffentlichungen der Universität PY - 2026 SP - 1 Online-Ressource (II, 139 Seiten) : Diagramme T2 - Institut für Humanwissenschaften (Philosophie, Politische Wissenschaft, Psychologie, Soziologie) TI - Prokrastination und die Bedeutung des subjektiven Unwohlseins UR - https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:466:2-57714 Y2 - 2026-03-31T21:55:39 ER -