TY - THES A3 - Müller, Stephan AB - Wolfram von Eschenbach hat im ‚Parzival‘ ein kompliziertes genealogisches Netz gesponnen, welches sich über die gesamte Handlung erstreckt. Vor einem ethnologischen und historischen Hintergrund beleuchtet die Arbeit, wie Wolfram genealogische Verknüpfungen nutzt, um seinen gesamten Text zu strukturieren. Die Tatsache, dass jedes Individuum durch seine Abstammung, durch Ehe oder die Geburt eigener Nachkommen eine individuelle Position innerhalb eines genealogischen Systems einnimmt, zieht eine Verkettung von Aszendenz, Deszendenz und Ehe nach sich. Wolfram macht dieses Prinzip für den Text narrativ produktiv, indem er durch die Konstruktion von genealogischen Verbindungen eine Form von Gewichtung und Differenz schafft. Mit dem genealogischen Konstrukt welches Wolfram entwirft, scheint er eine Allverwandtschaft anzustreben und zwar eine die Christen und Heiden gleichermaßen einbezieht. Innerhalb dieser Konstruktion gibt es unterschiedliche Ebenen und Erzählräume, die sich einfügen: christliche und heidnische Welt, Artuswelt, Gralswelt, Schastel marveile und Munsalvaesche. Und so zeigt sich, dass Genealogie im ‚Parzival‘ auf der Handlungsebene nicht der Legitimation im Sinnes eines Handlungsanspruches fungiert, aber immer zur Identifikation dient und darüber hinaus ganz stark zur Strukturierung des Textes eingesetzt wird. AU - Kurnap, Nicole DA - 2014 DP - Universität Paderborn LA - ger N1 - Tag der Verteidigung: 31.03.2012 N1 - Paderborn, Univ., Diss., 2014 PB - Veröffentlichungen der Universität PY - 2014 T2 - Fakultät für Kulturwissenschaften TI - Genealogie und Erzählung in Wolframs 'Parzival' UR - https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:466:2-15012 Y2 - 2026-01-14T10:18:03 ER -