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Zusammenfassung (Deutsch)

Angesichts der Befunde, dass bei Kindern bereits vor ihrem ersten Lebensjahr ein rudimentäres Wortverständnis vorhanden ist, entsprang die Frage, wie der frühe Wortlernprozess abläuft. In dieser Arbeit werden Enkodierungsstrategien überprüft, die von vier Wortlerntheorien angenommen werden: Die Theorie der Hypothesen einschränkenden Prinzipien, die assoziative, die sozio-pragmatische und die interaktionistische Wortlerntheorie. Dazu wurden 66 Kinder im Alter von 10 Monaten entweder der Self-Exploring- oder der Joint-Engagement-Gruppe zugeteilt und mithilfe eines Mixed-Methods-Forschungsdesigns - eine Kombination des Beobachtungs- und Eye-Tracking-Verfahrens - untersucht. Den Probanden wurde ein Objekt-Set, bestehend aus einem salienten und einem weniger salienten Objekt, präsentiert. Im Gegensatz zur Self-Exploring-Gruppe, die mit den Objekten eigenständig spielte, wurde die Joint-Engagement-Gruppe von der Experimentatorin in eine gemeinsame Interaktion eingebunden. Die Ergebnisse dieser Arbeit zeigen, dass die kindliche visuelle Aufmerksamkeit von der Objektsalienz gelenkt werden kann. Aber auch soziale Hinweise werden von Kindern zur Wort-Objekt-Enkodierung genutzt, selbst dann, wenn sie in Konkurrenz mit der Objektsalienz stehen. Des Weiteren konnte die Aufmerksamkeitsdauer durch die Koordination verbaler und nonverbaler Handlungen mit einem Interaktionspartner expandiert werden. Ein anschließender Eye-Tracking-Test ergab, dass keine der beiden Gruppen die enkodierte Wort-Objekt-Verknüpfung rezeptiv abrufen konnte. Es stellte sich jedoch heraus, dass sich bei der Self-Exploring-Gruppe ein Salienz-Effekt zeigte, wohingegen die Joint-Engagement-Gruppe keines der beiden Objekte länger anschaute. Die vorliegenden Ergebnisse werden im Zusammenhang mit den Gedächtnisprozessen der Enkodierung, Retention und Konsolidierung diskutiert.

Zusammenfassung (Englisch)

In view of the finding that a rudimentary understanding of words can already be observed in children before the age of one, the following question arose: How do infants learn their first words? With regard to the encoding strategies that are assumed to be followed by children when learning new words according to studies in the field of language acquisition, four theories are examined in this work: The theory of principles/constraints of lexical acquisition, the associative, the social-pragmatic and the interactionist word learning theory. To this end, a study was carried out: 66 children at the age of 10 months were divided into two groups, either the self-exploring or the joint-engagement group. By using a mixed-method research design - a combination of qualitative observation and an eye-tracking test - the children were examined concerning their fast-mapping processes. The probands were presented with an object-set consisting of a salient and a less salient object. In contrast to the self-exploring group, which played with the objects on their own, an experimenter involved the participants of the joint-engagement group in a joint interaction. The results of the this work show that infants visual attention can be guided by object salience. Social cues are also used by infants to encode words and objects, even when they are in competition with object salience. Furthermore, it was found that the duration of attention to the referent can be expanded by coordinating verbal and non-verbal actions with an interaction partner. A subsequent eye-tracking test revealed that neither group was able to retrieve the previously encoded word-object link. However, the self-exploring group showed a salience-effect, whereas the joint-engagement group had no preference for neither of the two objects. ...

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