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Abstract

Die Zeitzeug*innenbefragung gilt als kindgemäßer Zugang zur Alltags- und Zeitgeschichte. Sie charakterisiert sich sowohl als geschichtswissenschaftliche Forschungsmethode als auch Unterrichtsmethode zur Erstellung, Bearbeitung und Interpretation historischer Quellen mittels Erinnerungsinterviews zu vergangenen Erlebnissen und Erfahrungen (vgl. Michalik 2017, Schreiber 2009). Trotz einer bildungspolitischen Empfehlung der Methode der Zeitzeug*innenbefragung ab dem Anfangsunterricht des Sachunterrichts (vgl. u.a. Niedersächsisches Kultusministerium 2017), standen bislang im (inter-)nationalen Raum Studien, die die Zeitzeug*innenbefragung als didaktisches Arrangement historischen Lernens im Sachunterricht untersuchen sowie die Kinderperspektive auf die Methode der Zeitzeug*innenbefragung erfassen, aus. Entsprechend fokussiert die vorliegende, explorative und qualitativ angelegte Studie die Präkonzepte von Grundschulkindern zur Methode der Zeitzeug*innenbefragung. Mittels leitfadengestützter teilstandardisierter Einzelinterviews wurden die Präkonzepte zur Methode sowie zum Wissenschaftsverständnis bezüglich Zeitzeug*innen als historische Quelle rekonstruiert (vgl. Fuhs 2012, Helfferich 2011). Das Sample setzte sich aus Grundschulkindern der zweiten und vierten Klasse zusammen. Zur Bearbeitung und Auswertung des Datenmaterials diente eine in Anlehnung an die Lehr- und Lernforschung adaptierte Vorgehensweise der Qualitativen Inhaltsanalyse, die entsprechend modifiziert und erweitert wurde (vgl. Kuckartz 2018). Die Befunde der Studie zeigen differenzierte Präkonzepte der interviewten Zweit- und Viertklässler*innen zum Kontext der Methode der Zeitzeug*innenbefragung auf. Im Weiteren verweisen die Befunde darauf, dass die Zeitzeug*innenbefragung als Unterrichtsmethode ihre Legitimation im historischen Lernen mit Beginn des Anfangsunterrichts in der Grundschule hat.

Abstract

Interviewing contemporary witnesses is considered as a child-friendly approach to contemporary history. It is characterized as a historical research method as well as a teaching method for the creation, processing and interpretation of historical sources by memory interviews about past experiences (Michalik 2017, Schreiber 2009). Despite of an educational policy recommendation of the method from the beginning of the primary school (e.g. Niedersächsisches Kultusministerium 2017), there have been no (inter-)national studies investigating the interviewing of contemporary witnesses as a didactic arrangement in primary school and capturing the children's perspective on the method. The explorative and qualitative study consequently focused on the pre-concepts of primary school children of the method. The pre-concepts of the method and the scientific understanding of contemporary witnesses as a historical source, were reconstructed by partially standardized individual interviews (Fuhs 2012, Helfferich 2011). The sample consisted of german elementary school children of the second and fourth grade. The data material was processed and evaluated using a qualitative content analysis (Kuckartz 2018). The results of the study show differentiated pre-concepts of the interviewed second and fourth graders about the context of the method of interviewing contemporary witnesses. Furthermore, the results indicate that the method of interviewing contemporary witnesses has its legitimacy in historical learning at the beginning the primary school.

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